Über Berg und Tal im Westerwald mit spannender Klettereinlage
Bei den Temperaturen der letzten Tage mochte man eigentlich gar nicht an Wandern denken. Glücklicherweise waren die Vorhersagen für Sonntag wesentlich günstiger. Vormittags stiegen die Temperaturen nur bis auf 24 Grad, zum Ende der Wanderung auf 29 Grad.
Gleichwohl haben wir die Temperaturen bei der Routenplanung berücksichtigt:
- Mit 14,4 km lagen wir unter unserer üblichen Streckenlänge.
- Die 4 längeren Anstiege mit max. je 80 Höhenmetern lagen zumeist im Schatten, wie auch der größte Teil der übrigen Strecke.
Und es gab Einiges zu sehen, was uns auch von den Temperaturen abgelenkt hat…
Wir trafen uns um 10:30 Uhr in Döttesfeld an der Wied.
Kurz nach dem Start kamen wir an einem liebevoll angelegten Wellness-Gelände vorbei, mit Barfusspfad und Wassertretbecken im Holzbach. Leider viel zu früh.
Weiter ging es entlang des Holzbachs, wobei wir langsam Höhe gewannen. Schließlich erreichten wir einen Aussichtspunkt auf die Bahnlinie Limburg-Altenkirchen, unter uns befand sich ein Tunnel. Hier suchte ein Kommandozug mit dem Reichsaußenminister Ribbentrop zu Beginn des Frankreich-Feldzuges bei Bedarf Schutz vor Fliegerangriffen. Für einige Wochen hatte der Zug im nahen Bahnhof Flammersfeld-Seelbach sein Standquartier. Die Tarnung funktionierte, obwohl vorne und hinten ein Stück des Zuges herausschaute.
Bei km 2,9 hatten wir dann den ersten längeren Anstieg hinter uns, und es öffnete sich ein toller Fernblick in den südlichen Westerwald.
Beim Abstieg kamen wir an einer Hütte mit zahlreichen Sitzgelegenheiten vorbei, welche zu einer ersten Rast einlud.
Frisch gestärkt gingen wir den nächsten Anstieg an, den wir nach gut 20 Minuten bewältigt hatten.
Kurz danach begann ein wunderschöner, gut begehbarer Pfad, der uns sanft in das Tal des Daufenbachs hinabführte. Wir folgten dem Bach bis zum Grenzbach, welchen wir auf einer Brücke überquerten. Hier machten wir in einer Schutzhütte erneut Rast. Über unseren Köpfen waren einige Wespen mit dem Wabenbau beschäftigt, ließen sich aber von uns nicht stören.
Nochmals ging es, nunmehr auf dem Westerwald-Steig, aufwärts bis kurz vor Horhausen, dem Geburtsort des verstorbenen Kölner Kardinals Joseph Höffner.
Nach weiteren schönen Ausblicken ging es wieder hinab ins Grenzbachtal.
Und hier wartete eine „kleine“ Herausforderung auf uns:
Der Hölderstein-Klettersteig, mit durchgehendem Stahlseil, Leitern, einer Brücke, Sprossen und Trittstangen. Da wir keinen Klettergurt dabeihatten, konnten nur Leute mitgehen, die trittsicher, schwindelfrei und in der Lage waren, eine 5 m lange, fast senkrechte Leiter hochzuklettern. Das war nämlich das schwierigste Stück.
Die anderen nutzten den parallel verlaufenden, steilen Wanderweg, bis sich die Wege oben wieder trafen.
Besonders für die Kletterer war das ein tolles Erlebnis, das alle mit Bravour meisterten.
Weiter ging es durch Wald in Richtung Wied, bis uns ein schöner Ausblick dann auch die Wied-Schleife präsentierte.
900 m weiter waren wir auch schon wieder am Parkplatz.
In der Summe bewältigten wir 330 Höhenmeter.
Die Abstiege lagen durchweg unter 10 % und waren damit sehr kniefreundlich.
Auf der Rückfahrt kehrten wir im Restaurant „Landhaus Mehren“ ein. Auf unserem schattigen Plätzchen, mit kühlen Getränken und leckeren Speisen versorgt, fanden wir die verdiente Erholung.
Die nächste Wanderung des SSV Happerschoss findet am Sonntag, dem 13.09.2026, statt. Interessenten sind zum zweimaligen, kostenlosen „Schnupperwandern“ herzlich eingeladen.
Peter Sperber